Auswirkungen des Wettbewerbs auf die strategische Ausrichtung der Kämpfer

Auswirkungen des Wettbewerbs auf die strategische Ausrichtung der Kämpfer

Hector Lombard

Hector-Lombard

Als am 16. Juli 2013 die Nachricht publik wurde das Hector Lombard der ehemalige Bellator Mittelgewichts Champion vom Mittelgewicht ins Weltergewicht wechselt [1] zeigte sich einmal mehr das sich der MMA Sport in einem rasanten Tempo stetig  weiterentwickelt. Hector Lombard dem es möglich war im Mittelgewicht außerhalb der UFC starke Siege einzufahren konnte in der UFC mit einer 1-2 Bilanz nicht an seine vorherigen Leistung anknüpfen.

Deutlich zeigte es sich dieses gegen größere Gegner gegen die Lombard im Kräfteverhältnis unterlegen ist. Mit einer Größe von 1.75 m und 84 Kg Kampfgewicht sind seine Körperproportionen für explosive Kraft ausgelegt, aber der große Nachteil an all der Muskelmasse ist die entsprechend höhere  Sauerstoffversorgung ­– besonders in fünf Runden Kämpfen.[2]

Durchschnittsgewicht

Wenn man einen Blick zurück in die junge Vergangenheit des Sports wirft, erscheint der Wechsel in eine niedrigere Gewichtsklasse Lombards einem allgemeinen Trend zu folgen. Im laufe der Evolution des MMA stellt die Einführung von Gewichtsklassen einen prägnanten Einschnitt dar. Besonders in den letzten Jahren ist zu beobachten, das dass Durchschnittsgewicht der Athleten gesunken ist. Noch im Jahr 2005 waren die Kämpfer in allen Gewichtsklassen der UFC wesentlich schwerer.[3] Konnte man zu beginn für die meisten Kämpfe noch die Faustregel anwenden, Masse und Aggressivität bestimmen wesentlich den Ausgang einer Auseinandersetzung, so ist dieses Argument im modernen MMA nicht mehr entscheidend.

Die Coleman Ära

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Als Mark Coleman die UFC 10 gewann und anschließend bei der UFC 12 erster Schwergewichtschampion außerhalb des Turniermodus wurde, galten seine körperlichen Attribute und Fähigkeiten als Erfolgsformel. Der Fokus lag also darauf: der größte, stärkste und schmerzresistenteste Kämpfer zu werden und dieses Set mit guten Ringertechniken zu vervollständigen [in wie weit es auf natürlichem Weg möglich war körperliche Ausmaße wie von Mark Coleman oder Mark Kerr anzunehmen muss wohl offen bleiben].

Es war schließlich ein wesentlich leichterer Kämpfer Maurice Smith welcher den Status quo der Coleman Ära beendete. Smith war ein Standkämpfer, der im Lion’s Den von Ken- und Frank Shamrock eine solide Ausbildung in einfachen Bodentechniken bekommen hatte. Aus seiner aktiven Zeit im K-1 war Smith der Stellenwert einer leistungsstarken körperlichen Ausdauer bewusst.

Um seine Vorteile strategisch Nutzen zu können, provozierte Smith Coleman vor deren Kampf mit den Worten: “Coleman hat die Schlagkraft eines Waschweibs“. Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, Coleman von dieser Aussage emotional wie elektrisiert stürzte sich in voller Rage in den Kampf.

http://www.metacafe.com/watch/10078248/maurice_smith_vs_mark_coleman/

In der ersten Runde (damals noch Regelzeit) brachte Coleman Smith zu Boden und versuchte mit all seiner Kraft den Gegner mit ground and pound einzudecken. Smith konnte bedingt durch seine Ausbildung am Boden die Regelzeit in der Guard und Halfguard überstehen. Als die Verlängerung anbrach war Coleman bereits am Ende seiner Kräfte und konnte sein eigenes Körpergewicht kaum mehr aufrecht tragen. So wurde Coleman immer wieder mit Kombinationen angegriffen (meist ein Jab gefolgt von einem Low-Kick) Minute 22:36. [4]

Wenn im Jahr 2013 Hector Lombard die Gewichtsklasse wechselt ist es die gleiche Erkenntnis die Maurice Smith schon 1997 zu nutzen wusste. Entscheidend ist es eine optimale Kombination von Fähigkeiten mit einem Körpergewicht zu vereinen, mit dem Leistung konstant über die gesamte Dauer eines Kampfes umgesetzten werden kann.

Bantamgewicht

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In der Bantam Gewichtsklasse kann diese Entwicklung ebenfalls gut beobachtet werden, da die Gewichtsklasse sowohl von Frauen als auch von Männern geführt wird. So fällt auf, dass die Frauen bei weitem nicht die Grenzen des Gewichts ausnutzen. Der Grund für diesen Unterschied liegt darin das für Männer seit längerem die Möglichkeit besteht in diesem Gewichtslimit professionell zu kämpfen. Durch den Wettkampf hat sich eine höhere Leistungsdichte herausgebildet und der damit verbundene Leistungsdruck ist gestiegen.[5]

Die Betrachtung zeigt, dass der limitierende Faktor für die Athleten nicht das Kampfgewicht sondern vielmehr die Beherrschung von Fähigkeiten ist. Mit zunehmender Professionalisierung des Sports sind Vollzeit Athleten auf den Plan getreten welche in allen Disziplinen Fähigkeiten ausgebildet haben. Dabei ist man bestrebt ein optimales Verhältnis von Kraft, Ausdauer, und Fähigkeiten zu erlangen die der Körper konstant über die gesamte Dauer des Kampfes umsetzen kann.

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